Impulse zum 4. Advent | A

 Rorate | Lektionar I/A, 17: Jes 7,10–14 | Röm 1,1–7 | Mt 1,18–24

Träumer genießen in unserer Gesellschaft nicht das größte Ansehen. Andererseits sind sie es, die über die Wirklichkeit hinaus denken und neue Wege ausloten, freilich erst in Gedanken, im Traum. Dann nennen wir sie meist nicht mehr Träumer, sondern Visionäre.

Nachdem wir an den ersten Adventsonntagen von Christi Wiederkunft und Johannes dem Täufer hörten, begegnet uns heute ein Visionär: der heilige Josef. Er ist ein großer Träumer, der immer aufs Neue bereit ist sich auf seinen Gott einzulassen und so seinen eigenen Weg im Leben zu suchen. Das ist nicht immer einfach. Josef vertraut seinen Träumen und seinen Erfahrungen. Das macht ihn mutig genug, sich auf das Abenteuer des Lebens einzulassen und den Weg an der Seite der Gottesmutter und des Erlösers der Welt zu gehen, den wir in unserer Mitte als Kyrios preisen:

Kyrie | oder GL 158 Tau aus Himmelshöhn

Herr Jesus Christus,
die Propheten haben dein Kommen angekündigt. Kyrie eleison.
Die Menschen sehnten sich nach dem Messias. Christe eleison.
Du kamst um die Welt zu erlösen. Kyrie eleison.

Kein Gloria | Tagesgebet | MB 18

Allmächtiger Gott,
gieße deine Gnade in unsere Herzen ein.
Durch die Botschaft des Engels
haben wir die Menschwerdung Christi,
deines Sohnes, erkannt.
Führe uns durch sein Leiden und Kreuz
zur Herrlichkeit der Auferstehung.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Josef spürte im Traum den Zuspruch Gottes in seiner Not. Deshalb rufen auch wir in den Nöten unserer Zeit zu Gott:

  • Wir beten für Papst Franziskus, der seinen 80. Geburtstag feiert
    um Kraft und Zuversicht seine Visionen von der Kirche
    mit Tatkraft und Energie zu verwirklichen.
  • Wir beten für die Menschen in Aleppo
    und alle, die von Krieg und Terror betroffen sind,
    um nachhaltigen Frieden und neue Wege zum Leben.
  • Wir beten für die Christen,
    die sich auf das Fest der Geburt Christi vorbereiten,
    um Mut zu Stille und Einkehr
    und das Wahrnehmen von Gottes Stimme im Leben.
  • Wir beten für die Menschen,
    die mit einem schweren Schicksalsschlag ringen,
    um gute Begleiter und tatkräftige Helfer.
  • Wir beten für alle, die zu Gott hinübergingen,
    um Erfüllung ihrer Sehnsucht und Trost für alle Trauernden.

Auch uns willst du nahe sein und durch verschiedene Zeichen und Begleiter helfen unseren Weg im Leben zu finden. Dafür danken wir dir jetzt und in alle Ewigkeit. AMEN

Schlussgebet

Allmächtiger Gott,
du hast uns in diesem Mahl das Heil zugesagt
und uns schon jetzt Anteil daran gegeben.
Lass uns das Kommen deines Sohnes
in Freude erwarten
und mache uns umso eifriger in deinem Dienst,
je näher das Fest seiner Geburt heranrückt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung | Jes 7,10–14

Prophezeihungen lassen immer
einen Raum für die Auslegung.
Wenn wir heute von Jesajas Ankündigung
eines neuen Sprosses aus dem Geschlecht Davids hören,
mögen die Menschen zu seiner Zeit
an einen Thronfolger des Königs gedacht haben,
die Juden um die Zeit von Christi Geburt
an den erwarteten Messias
und wir als Christen sehen in dem göttlichen Kind,
die Erfüllung der alten Verheißung
und den Anbruch des messianischen Reiches.

Hinführung zur zweiten Lesung | Röm 1,1–7

Die ersten Zeilen eines antiken Briefes
benennen den, an den der Brief gerichtet ist.
Paulus schreibt an die Christen in Rom,
die zu dieser Zeit
auf verschiedene Hausgemeinschaften verteilt leben.
Daher fast der den Glauben gleich zu Beginn
in wenigen Worten zusammen
und nennt alle Gläubigen
von Gott geliebt und berufene Heilige.

Meditation

Traum und Wirklichkeit,
der große Traum
von einem Miteinander
scheint für Maria und Josef zerbrochen.

Die Wirklichkeit,
dass Maria schwanger ist
und Josef nicht der Vater
lässt den Traum platzen.

Jäh können Träume enden
und brachial ins Leben eindringen,
alles Vertrauen in die Zukunft
mit einem Mal zerbrechen.

Josef träumt weiter,
der Traum ist nicht zu Ende,
die ungeahnte Wendung im Leben
hindert ihn nicht zu träumen.

Er träumt von Gott
und von seinem eigenen Weg
vor seinem Gott
in dieser Welt.

Vertrauen und Zutrauen
in Gottes Beistand und Begleitung
lassen seinen Traum nicht platzen
sondern tiefe Wirklichkeit werden.

Gott ist im Leben des Menschen erfahrbar
auch in meinem Leben.
Wer bereit ist mit ihm zu träumen
wird seine Wirklichkeit erfahren.

⇒ Reinhard Röhrner

Segen | oder MB 532

Verborgen bleibt Gott
Wenn du ihn suchst
In Lärm und Geschäftigkeit
In den leisen Tönen des Lebens
Wird er dir begegnen.

Überraschend
Unaufdringlich
Und voller Zärtlichkeit

Darum schaffe Raum
Für Ruhe und Stille

Öffne dich
Damit er dich finden kann
In den Tiefen deiner Sehnsucht. AMEN.

So segne und stärke euch der dreieine Herr,
der + Vater und
der + Sohn und
der Heilige + Geist. AMEN

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