Impulse zum 5. Fastensonntag | B

iudica | 5. Sonntag der Fastenzeit | Lesejahr B
Lektionar II/B,101: Jer 31,31–34 | Hebr 5,7–9 | Joh 12,20–33

Glauben sie vom Kopf her oder vom Herzen? – Eine seltsame Frage, könnte man antworten, aber Hand aufs Herz, wie glauben sie? Jeder Mensch beginnt mit dem Herzen, weil die ersten Erfahrungen ohne den Kopf geschehen, Kinder spüren, ob etwas für sie gut ist. Erst später beginnen wir alles rational erklären zu wollen.

Die Beispiele Jesu zählen meist zu den Erfahrungen des Herzens, die eingängig sind, solange wir sie nicht bis ins Detail erklären wollen, sondern das Bild in uns wirken lassen.

Wie ein Kind, dürfen wir auch Gott vertrauen, dass es mehr gibt, als wir mit unserem Kopf erdenken können und manche Erfahrung des Herzens deutet diese Fülle an.
„Der Tod ist die uns zugewandte Seite jenes Ganzen, dessen andere Seite Auferstehung heißt“, schreibt Romano Guardini. So lädt uns Gott ein mit ihm einen Weg zum Leben zu suchen, der hinter die Grenzen der Welt reicht. Preisen wir ihn als unseren Herrn und Kyrios:

Kyrie | oder GL 155

Herr Jesus Christus,
Du bist ein Zeichen der Liebe. Kyrie eleison.
Du sprengst die Grenzen der Welt. Christe eleison.
Du kommst uns in der Fülle des Lebens entgegen. Kyrie eleison.

KEIN Gloria | Tagesgebet | MB 123

Herr, unser Gott,
dein Sohn hat sich aus Liebe zur Welt
dem Tod überliefert.
Lass uns in seiner Liebe bleiben
und mit deiner Gnade aus ihr leben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Du, Jesus Christus, bist das Weizenkorn, das in die Erde fällt und stirbt, damit wir alle Leben können. Voll Vertrauen rufen wir in den Erfahrungen von Ende und Grenze zu dir, dass neues Leben werde:

  • Für die Menschen, die alles mit dem Kopf begreifen wollen,
    dass sie lerne auf den Körper und das Herz zu hören.
  • Für die Menschen, die uns wichtig und wertvoll sind,
    dass sie glücklich sein dürfen.
  • Für die Menschen, die in Krieg, Terror und Streit leben,
    dass mutige Menschen sich einsetzen
    für Friede und Versöhnung.
  • Für die Menschen mit Down-Syndrom.
    Um Verständnis für sie und ihre Familien,
    dass sie ihr Leben entfalten können.
  • Für die Verstorbenen, besonders
    die verstorbenen Mitglieder der Josefibruderschaft und MMC,
    dass sie ganz in Gottes Herrlichkeit sein dürfen.

Wir preisen Dich, Herr unser Gott, weil du uns immer nahe bist und uns durch die Grenzen der Welt in deine Herrlichkeit führst. Dafür danken wir dir durch Christus unseren Herrn. AMEN.

Schlussgebet

Allmächtiger Gott,
du hast uns
das Sakrament der Einheit geschenkt.
Lass uns immer lebendige Glieder Christi bleiben,
dessen Leib und Blut wir empfangen haben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung | Jer 31,31–34

Verloren und verlassen erfahren sich die Israeliten
in der babylonischen Gefangenschaft
und sehnen sich zurück an die Gemeinschaft mit Gott.
Der Prophet Jeremia erinnert,
nicht Gott hat sie verlassen,
sie selbst haben seinen Bund gebrochen
und die Wege Gottes missachtet.
Er verkündet dass Gott seine Zusage erneuert im neuen Bund,
der nicht auf dem Gesetz beruht,
sondern es vollendet in die Liebe hinein.

Hinführung zur zweiten Lesung | Hebr 5,7–9

Wo der Mensch sich in den Mittelpunkt stellt,
verliert er sich.
Erst wenn er dem Willen Gottes in seinem Leben
nachspürt und erfüllen will,
kann er Fülle und Erfüllung erfahren.
In Jesus Christus ist das auf einzigartige Weise
Wirklichkeit geworden.

Meditation

Glauben mit dem Körper
heißt sich nicht versteigen
in Gedankengebäude
und theoretische Spielereien.

Mit dem Glauben in der Welt sein,
heißt geerdet leben
mit den Erfahrungen von Freude und Leid
seinen Alltag gestalten.

Leben heißt Sterben
und im Sterben ersteht Leben,
Sterben heißt ist Fort-Schritt
Die Wirklichkeit öffnet sich.

Wo neue Horizonte entstehen,
kann Glaube wachsen und reifen,
angesichts der Erfahrung von Verlust und Trauer
wächst Hoffnung auf neues Leben.

Der Glaube entwirft keine Vision
die von der Unsterblichkeit spricht,
sondern nimmt den Tod ernst,
um so Auferstehung wirklich werden zu lassen.

⇒ Reinhard Röhrner

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