Impulse zum 34. Sonntag im Jahreskreis | B – Christkönig

Christkönig | 34. Sonntag im Jahreskreis | 18. bis 34. Sonntag | Lesejahr B
Lektionar II/B, 378: Dan 7,2a.13b–14 | Offb 1,5b–8 | Joh 18,33b–37

Es kommt doch scheinbar immer auf das Gleiche heraus, entweder setzen wir uns durch oder ein Anderer, die Frage der Macht stellt sich uns täglich, ob es uns bewusst ist oder nicht. In unserer zeit freilich sind Hierarchien verdächtig geworden, weil sie nicht selten die Macht missbrauchen, das ist seit Menschengedenken so. Wenn wir heute Jesus Christus als König feiern, dann scheint das eine sensible Gratwanderung zu sein, weil er doch die Ohnmacht der Mächtigen entlarvte und uns durch seine Liebe eine neue Dimension des Mächtigseins eröffnete.

So lange wir in der Liebe zur Macht leben, werden Frieden und Versöhnung nur immer wieder aufflackern wie kurze Feuer. Jesus selbst lehrt uns durch sein Leben und sein Handeln, dass wir vielmehr der Macht der Liebe trauen sollten. Das hat damals Pilatus nicht verstanden und es ist bis heute sehr schwer zu begreifen. Dennoch ist es der einzige Weg zur Erfüllung, der Weg, der unmittelbar zu Gott führt.

So preisen wir ihn, unseren Herrn, den Kyrios, als unseren König:

Kyrie | mit Gl

Herr Jesus Christus,
du bist wahrhaft Mensch geworden.
Du hast Leid und Verachtung mit uns geteilt.
Du bist ein König, der auf die Macht der Liebe vertraut.

Gloria | Tagesgebet | MB 261

Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast deinem geliebten Sohn
alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden
und ihn zum Haupt der neuen Schöpfung gemacht.
Befreie alle Geschöpfe von der Macht des Bösen,
damit sie allein dir dienen
und dich in Ewigkeit rühmen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Lasst uns beten zu unserem Herrn Jesus Christus, den wir als König feiern, der ganz aus der Wahrheit lebt und uns in den Sorgen und Nöten der Welt nahe ist:

  • Für die Menschen, die unter Terror und Krieg leiden,
    um liebe Angehörige trauern oder aus ihrer Heimat fliehen müssen.
    Christus, unser König | ALLE: Wir bitten dich erhöre uns.
  • Für die Menschen, die sich ohnmächtig und machtlos
    dem Leben und anderen Menschen ausgeliefert fühlen.
  • Für die Menschen, die sich allein und einsam fühlen,
    die sich nach Nähe, Liebe und Geborgenheit sehnen.
  • Für die Menschen, die Angst haben vor der Zukunft,
    dass sie mit Hoffnung und Zuversicht leben können.
  • Für die Menschen, die den Weg des Lebens vollendet haben
    und jetzt ganz in deinem Königtum sind
    und alle, die um sie trauern.

Du bist der König auf dem Kreuzesthron, mit Dornen gekrönt vor unseren Augen, machtlos und ohnmächtig wie wir uns oft erleben vor unseren Augen und doch unser Erlöser, weil du uns ermutigst aus der Liebe zu leben, bis in Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet

Allmächtiger Gott,
du hast uns berufen,
Christus, dem König der ganzen Schöpfung, zu dienen.
Stärke uns durch diese Speise,
die uns Unsterblichkeit verheißt,
damit wir Anteil erhalten
an seiner Herrschaft und am ewigen Leben.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung | Dan 7,2a.13b–14

Eine Zeit, die geprägt ist von Wirren, Krieg und Terror,
Ohnmacht der Mächtigen,
die diese mit Brutalität überspielen möchten.
Das 2. Jahrhundert vor Christus
ist unserer Erfahrung vielfach ähnlich.
Mehr als Gewalt mit neuer Gewalt,
Leid mit immer neuem Leid zu beantworten
sehnen sich die Menschen nach Frieden und Versöhnung,
Daniels Vision ist ein Ausdruck dieser Hoffnung.

Hinführung zur zweiten Lesung | Offb 1,5b–8

Die Offenbarung des Johannes ist keine Träumerei,
es ist die Vision einer Zukunft,
die Mensch und Schöpfung im Blick auf Gott gerecht wird.
Keine Vertröstung oder innerweltliche Erlösungsphantasie,
in Jesus Christus
wird jeder Einzelne in seiner persönlichen Not erlöst.

Lesehinweis

Meditation

Als König feiern wir dich,
einen der über den Königen der Welt steht,
der sich doch zum Diener und Spielball
von allen macht.

Warum setzt sich dein Königtum nicht durch?
Warum setzt du den Kriegen und dem Terror kein Ende?
Warum bringst Du die Menschen nicht zur Vernunft?
Warum spüren wir so wenig von dieser Macht?

Als König feiern wir dich,
aber ganz anders als sich die Welt das denkt,
anders als ich es mir so denke,
denn du gehst den Weg auf der Seite der Leidenden.

Du bist mein König,
wenn ich an meine Grenzen stoße,
wenn ich nicht mehr weiter weiß,
wenn Angst und Unsicherheit mich bestimmen.

Du bist König aller,
weil Du nicht aus der Liebe zur Macht,
sondern ganz und gar
aus der Macht der Liebe lebst.

⇒ Reinhard Röhrner

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