Impulse zum 32. Sonntag im Jahreskreis | A

32. Sonntag im Jahreskreis | Jahreskreis Sonntage 18-34 | Lesejahr A
Lektionar I/A, 348: Weish 6,12–16 | 1 Thess 4,13–18 (oder 4,13–14) | Mt 25,1–13

Der Nebel und die Kälte dieser Tage bestimmen oft auch die Gemütslage vieler Menschen. Tod und Trauer gehören für viele zum November. Die Erfahrung der unausweichlichen Gewissheit unseres Lebens, mit dem Tod. Oft verdrängen wir diese Le-benswirklichkeit und weichen ihr aus.
Doch der ungeschminkte Blick auf das, was uns einmal erwar-tet, kann uns auch aufmerksamer für das Leben machen, acht-sam werden lassen für den Augenblick, in dem uns Gott begeg-nen will. Er ist überall aufzuspüren, mit ihm ist jederzeit zu rech-nen. Das ist die Botschaft der biblischen Texte dieses Sonntags.
Der heilige Martin hat das als Reitersoldat vor den Toren der Stadt Amiens erlebt und in seinem Weg der Nachfolge Christi den Menschen eindrücklich vorgelebt:

Kyrie | mit GL 155

Herr Jesus Christus,
Du bist die Mitte des Himmelreichs.
Du hast die Menschen eingeladen, dir dort zu begegnen.
Du vollendest in deinem Reich, wer sich auf dich einlässt.

Gloria | Tagesgebet | MB 246

Allmächtiger und barmherziger Gott,
wir sind dein Eigentum,
du hast uns in deine Hand geschrieben.
Halte von uns fern, was uns gefährdet,
und nimm weg, was uns an Seele und Leib bedrückt,
damit wir freien Herzens deinen Willen tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Gott lebt und wirkt mitten unter uns. Doch das letztgültige Kommen des Messias und die Vollendung unserer Welt stehen noch aus. So bitten wir und rufen: Komm, Herr Jesus, komm!

  • Komm zu allen Menschen,
    die hoffnungslos überfordert sind in Alltag, Beruf und Familie.
  • Komm zu allen Menschen,
    die unter Krieg und Terror zu leiden haben
    und die Frieden und Gerechtigkeit für sich und ihr Volk ersehnen.
  • Komm zu allen werdenden Eltern, die voller Hoffnung sind,
    und besonders zu denen,
    die sich um das heranreifende Leben sorgen.
  • Komm zu allen Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft,
    die vor schwierigen Entscheidungen stehen
    und die Zukunft der Menschheit im Blick haben.
  • Komm zu allen Trauernden und zu allen,
    die uns hoffend und vertrauend im Tod vorausgegangen sind.

Denn deinen Tod, o Herr, verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit. AMEN.

Schlussgebet

Wir danken dir, gütiger Gott,
für die heilige Gabe,
in der wir die Kraft von oben empfangen.
Erhalte in uns deinen Geist
und lass uns dir stets aufrichtig dienen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung | Weish 6,12–16

Weisheit ist die Innenseite der Gerechtigkeit.
Weisheit heißt,
die Verpflichtungen gegenüber Gott,
dem Mitmenschen und der menschlichen Gemeinschaft
zu erkennen und zu bejahen.
Weisheit ist der innere Anstoß zur Solidarität.
Hören wir, wie einfach diese Weisheit zu finden ist.
Sie ist strahlend schön.
Wer an sie denkt, ist von Sorgen frei.

Hinführung zur zweiten Lesung | 1 Thess 4,13–18 (oder 4,13–14)

Paulus ermutigt die Gemeinde in Thessaloniki
fest an die Auferstehung zu glauben,

Gottes Treue und Zusage an uns
ist unwiderruflich,
Lebende und Tote
werden einst in Gottes Pracht aufgenommen werden.

Meditation

Die Geschichte von den Zehn rührt an,
die einen klug, die anderen töricht.

Klug, wer Öl mitnimmt, nicht nur die Lampen,
wer warten kann und mit der Zeit rechnet,
nicht alles gleich und sofort haben muss.

Klug, wer mit der Erwartung dessen rechnet,
der kommen sollt,
und der sie mit brennenden Lampen zu finden hofft,
wenn er eintrifft.

Klug, wer mit dem Einbruch
von Nacht und Dunkelheit rechnet,
der Nacht in der Liebe,
der Nacht im Glauben,
der Nacht im Leben.

Klug, wer nie vergisst,
die Erwartung des Bräutigams
wird größer als die eigene sein.
Die Fülle, mit der er kommt,
wird unfassbar sein.

⇒ Reinhard Röhrner

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