Impulse zum 2. Sonntag nach Weihnachten| A

2. Sonntag nach Weihnachten| Weihnachten| Lesejahr A
Lektionar I/A, 47: Sir 24,1–2.8–12 | Eph 1,3–6.15–18
Joh 1,1–18 (oder 1,1–5.9–14)

Wenige Texte in den Evangelien berühren uns so wie die Worte des Johannesprologs. Sie gehören zu den Grundworten des Glaubens: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“ (Joh 1,14)

Obwohl das Wort des Anselm von Canterbury gilt, (deus semper maior) Gott ist der, über den hinaus Größeres nicht gedacht werden kann, lässt sich dieser Gott ein auf die Welt und den Menschen, wird einer von uns. Er macht sich klein um zu uns herab zu steigen. Dieses Geheimnis berührt jeden, der sich versucht ihm zu nähern.

Die großen Vertonungen des Credos heben diesen Satz besonders hervor, in der Tradition verneigen wir uns oder machen selbst eine Kniebeuge um dieses Geheimnis mit dem eigenen Körper nachzuahmen.

Gott ist da, er ist für uns da als einer, der uns versteht und mit uns mitfühlt, der uns als Herr und Kyrios, sein Erbarmen schenken will

Preisen wir ihn, unseren Heiland, den Kyrios:

Kyrie | oder Gl 159

Herr Jesus Christus,
du bist Mensch geworden aus Maria, der Jungfrau.
Du bist wahrer Mensch und wahrer Gott.
In deiner Menschwerdung öffnest du uns den Weg zu deiner Gottheit

Gloria | Tagesgebet | MB 50

Allmächtiger, ewiger Gott,
du erleuchtest alle, die an dich glauben.
Offenbare dich den Völkern der Erde,
damit alle Menschen
das Licht deiner Herrlichkeit schauen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes 
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

In Jesus Christus ist uns ein Licht erschienen und der Friede auf Erden angebrochen. So beten wir in den Sorgen und Nöten der Welt:

  • In die Dunkelheit der Welt
    verkünden Menschen das Licht des Glaubens.
    Stärke alle Christen lebendige Zeugen
    deines Wortes in der Welt zu sein.
  • In der Dunkelheit von Krieg, Terror und Gewalt helfen Menschen
    und können so Licht für andere sein.
    Stärke alle Helfer in den Kriegs- und Krisengebieten unserer Erde.
  • In der Dunkelheit von Krankheit und den Leiden des Alters
    sehnen sich viele nach deinem Licht.
    Stärke alle Ärzte, Schwestern und Helfer,
    die sich um Angehörige oder fremde Menschen sorgen.
  • In der Dunkelheit von Streit und Hass
    scheint dein Licht oft unsagbar weit entfernt.
    Stärke alle, die sich bemühen Streit und Hass zu überwinden
    und Wege des Miteinanders zu gehen.
  • In der Dunkelheit von Sterben und Tod bist du selbst das Licht.
    Stärke alle Trauernden in der Hoffnung
    und nimm die Verstorbenen auf in dein Reich.

Denn du bist das Licht unseres Lebens, du schenkst uns den Frieden des Herzens, den wir so sehr ersehnen und den du uns einst in Fülle schenken willst in deiner Herrlichkeit. Amen.

Schlussgebet

Herr, unser Gott,
befreie uns durch die Wirkung dieses Sakramentes
von unseren Fehlern und Sünden.
Erfülle unser Verlangen und schenke uns alles,
was wir zum Heil nötig haben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung | Sir 24,1–2.8–12

Weisheit ist mehr als Wissen.
In der Spätzeit des Alten Testaments
entstand das Buch Jesus Sirach
in dem die Weisheit
als die Gotteserfahrung des Menschen
in der Welt gedeutet wird.
Wie es schon im Psalm 104 heißt:
„… mit Weisheit hast du alles geschaffen…“

Hinführung zur zweiten Lesung | Eph 1,3–6.15–18

In den Paulusbriefen sind immer wieder
Gebete, Hymnen und Lieder der frühen Christen eingefügt.Sie zeugen vom Gebets- und Glaubensleben
der ersten Christen.
In der heutigen Lesung aus dem Ephesserbrief
hören wir zuerst ein altes Christuslied
und dann die Ermunterung
aus der Dankbarkeit für die Berufung zu leben.

Lesehinweis

Jesus Sirach: I wird betont
Ephesserbrief: erstes E betont

Meditation

„Und das Wort ist Fleisch geworden
und hat unter uns gewohnt.“
Jesus Christus
hat mit seiner Liebe
in uns Wohnung genommen.

Werden wir achtsam
für sein Wirken in uns,
lassen wir uns verwandeln
und immer mehr zu Menschen werden,
die sein Wort leben.

Nutzen wir die Zeit,
die Gott uns schenkt,
dass die Menschen
in unserer Umgebung spüren
die Zeit des Heiles ist angebrochen,
Gott ist uns nah als Mensch unter Menschen.

Reinhard Röhrner

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20 Lj A Weihnachten – Sonntag 2
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