Impulse zum 3. Fastensonntag Oculi | A

3. Fastensonntag Oculi | Fastenzeit A | Lesejahr A

Aufgeregte Zeiten erleben wir gerade. Vieles, was gerade noch selbstverständlich war, ist plötzlich in Frage gestellt. Im heutigen Introitus, dem Eröffnungsvers, heißt es aus dem Psalm 25: „Meine Augen schauen stets auf den Herrn; denn er befreit meine Füße aus dem Netz.“ (Ps 25,15)

Wie treffend! Weder die Sorglosigkeit, noch die übertriebene Aufgeregtheit helfen in Krisenzeiten. Den Blick auf Gott zu werfen, auf ihn zu blicken ist eine Aufforderung, die unser Verständnis der österlichen Bußzeit gut umschreibt. Wir sind eingeladen auf Gott zu blicken und von daher mit Zuversicht unser Leben zu gestalten. Die Demut nicht alles im Griff zuhaben und die Welt nicht unserem Willen zu unterwerfen, wird uns gerade eindrücklich vor Augen geführt.
Leben wir aus der Zuversicht des Glaubenden im Blick auf Gott und unsere Welt und preisen Gottes Sohn, der uns als Erlöser, als Kyrios begegnet

Kyrie | oder Gl 163

Herr Jesus Christus,
du bist die Quelle des Lebens. Kyrie eleison.
Du zeigst mir das Wesentliche im Leben. Christe eleison.
Du willst mich Freiheit erleben lassen. Kyrie eleison.

KEIN Gloria | Tagesgebet | MB 103

Gott, unser Vater,
du bist der Quell des Erbarmens und der Güte,
wir stehen als Sünder vor dir,
und unser Gewissen klagt uns an.
Sieh auf unsere Not und lass uns Vergebung finden
durch Fasten, Gebet und Werke der Liebe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Gott will uns aus den Fesseln des Alltags befreien und in die Freiheit führen. Rufen wir in den Zwängen unserer Zeit zu ihm:

  • Annehmlichkeiten und Bequemlichkeiten engen oft ein.
    Befreie die Menschen aus den verkehrten Bindungen
    und lass sie die Freiheit erleben.
  • Sorge um Grundlagen des Lebens, um Wasser und Nahrung
    engen die Lebensbedingungen ein.
    Lass alle Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser finden
    und den Hunger der Welt überwinden.
  • Die Nachrichten rund um den Coronavirus
    lassen Menschen unsicher werden.
    Hilf allen zu den richtigen und maßvollen Entscheidungen zu raten
    und stärke alle, die Kranke und Pflegebedürftige betreuen.
  • Streit und Neid trennen Menschen und lassen einsam werden.
    Stärke alle Bemühungen zu Versöhnung und Miteinander
    und lass die Gemeinschaften wachsen.
  • Tod und Sterben stehen wir ohnmächtig gegenüber.
    Nimm unsere Verstorbenen auf in deine Freiheit
    und tröste die Trauernden mit der Hoffnung.

Wir danken dir, Herr unser Gott, dass du uns nahe bist und unsere Not wenden kannst durch deine Liebe, heute und in Ewigkeit. Amen.

Schlussgebet

Herr, du hast uns im Sakrament
an der Herrlichkeit deines Sohnes Anteil gegeben.
Wir danken dir,
dass du uns schon auf Erden teilnehmen lässt
an dem, was droben ist.
Durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung | Ex 17,3–7

Die Kernerzählung
unseres jüdisch-christlichen Glaubens
ist die Exodusgeschichte.
Der Auszug aus der versklavenden Gegenwart
in eine heilvolle Zukunft mit Gott.
Das ist immer ein schwieriger Weg
auch wenn der Hunger und Durst nach Freiheit da ist,
muss der Mensch oft durch Wüstenerfahrungen
zu der Freiheit finden die Gott schenkt.

Hinführung zur zweiten Lesung | Röm 5,1–2.5–8

Die Größe des Glaubens
ist keine irdische Machtphantasie,
sondern die Sicherheit dessen,
der sich in Gottes Liebe geborgen weiß.
Paulus fasst das in seinem Brief
an die Christen in Rom zusammen.
Das Wesentliche des Lebens und Glaubens
ist Gnade, die uns von Gott geschenkt wird.

Lesehinweis

Meditation

Durst,
nach Leben,
nach Freiheit,
nach Erfüllung.

Jeder kennt diesen Durst
und diese Sehnsucht,
alles Lebendige
will leben, sich ausleben.

Erfüllung suchen wir
in den äußeren Dingen,
Freiheit
im Überwinden von Grenzen.

Und dann erleben wir
die Wüste des Alltags,
die Leere irdischer Versprechungen
und die Enge des Lebens.

Gott kommt mir entgegen
mit seiner Liebe
die alle Sehnsucht stillt
und den Durst löscht.

Gott kommt in der Liebe,
die Weite schenkt,
Horizonte aufbricht
und leben lässt.

Reinhard Röhrner

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