Impulse zum Aschermittwoch | C

Aschermittwoch | Fastenzeit| Lesejahr C
Lektionar III/C, 61: Joël 2,12–18 | 2 Kor 5,20 – 6,2 | Mt 6,1–6.16–18

Mutig, dass sie heute hier in die Kirche gekommen sind. Mitnehmen was geht scheint das Motto unserer Zeit, das Fasten und Verzichten klingt da wenig verführerisch. Wer auf der Höhe der Zeit sein will, muss immer empfangsbereit sein, das Smartphone oder tragbare Sensoren und Computer, die in Kleidung eingefügt sind, scheinen uns verführerische Möglichkeiten zu eröffnen.

Wir müssen nicht völlig weltfremd sein, aber wir dürfen uns diese Tage der Vorbereitung auf Ostern schenken als eine Zeit, die anders ist. Wirklich wichtige Anrufer werden eine Nachricht hinterlassen oder nochmal anrufen, die wertvollsten Begegnungen erleben wir mit den Menschen, die uns Zeit und Aufmerksamkeit schenken, warum sollten wir das nicht auch tun um so für andere wertvoll zu sein?

Jesus hat sich vierzig Tage fastend in die Stille zurückgezogen, ihn preisen wir als unseren Herrn und Kyrios:

Kyrie | oder Gl 154

Herr Jesus Christus,
du hast vierzig Tage gefastet. Kyrie eleison.
Du hast in der Stille Gott gesucht. Christe eleison.
Du machst uns Mut diesen Weg zu gehen. Kyrie eleison.

Gloria | Tagesgebet | MB 75

Getreuer Gott, im Vertrauen auf dich
beginnen wir
die vierzig Tage der Umkehr und Buße.
Gib uns die Kraft zu christlicher Zucht,
damit wir dem Bösen absagen
und mit Entschiedenheit das Gute tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Im Zeichen des Aschenkreuzes, das uns zur Umkehr und zur Reinigung einlädt, bitten wir den barmherzigen Gott:

  • Für die Kirche:
    Hilf ihr, die Botschaft von der Versöhnung
    nicht nur zu verkünden, sondern auch zu leben.
  • Für die Völker der Erde:
    Lass sie ihre Konflikte nicht mit Krieg und Terror austragen,
    sondern führe sie zur Verständigung.
  • Für alle, die in Not sind:
    Steh ihnen bei und lass sie Gerechtigkeit erfahren.
  • Für die Menschen in Syrien und anderen Orten von Terror und Krieg: Lass Frieden und Versöhnung
    an die Stelle von Waffengewalt und Terror treten.
  • Für unsere Pfarrgemeinde:
    Erneuere sie in diesen vierzig Tagen
    durch dein Wort und deine Sakramente.
  • Für unsere Verstorbenen:
    Führe sie zur Vollendung bei dir
    und tröste alle Trauernden in der Hoffnung auf die Auferstehung.

Guter Gott, du schenkst uns immer wieder neu dein Erbarmen. Lass uns diese Fastenzeit zum Segen sein. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Schlussgebet

Barmherziger Gott,
stärke uns durch dieses heilige Mahl,
damit wir fasten können, wie es dir gefällt,
und durch die Feier dieser Tage Heilung finden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung | Joël 2,12–18

Das Prophetenbuch Joël entstand
im 4. Vorchristlichen Jahrhundert
nach der Zeit des babylonischen Exils.
Dabei ist der Name Programm der Verkündigung:

Mein Gott ist Jahwe!
Er ruft auf zur Umkehr
und zur Hinwendung auf Gott,
damit der Tag des Herrn kommen kann
als ein Tag der Befreiung.

Hinführung zur zweiten Lesung | 2 Kor 5,20 – 6,2

Die Auferstehung von den Toten

Im zweiten Brief an die Christen von Korinth
schreibt der Apostel Paulus mit offenem Herzen.
Wir hören heute von Versöhnung,
im griechischen Begriff
klingt anders machen, austauschen, verändern mit.
Es geht um einen Angleichung an Gott,
die den Menschen mehr zu sich selbst finden lässt.

Lesehinweis

Joël – Jo ël, die beiden Silben werden getrennt gesprochen

babylonisch – das y spricht man wie ein ü, nicht wie englisch bei Baby!

Meditation

Den Splitter seh ich wohl
im Auge meines Bruders,

Asche bleibt übrig,
wenn alles verbrannt ist,
wenn das Vorher vorbei ist,
unwiederbringlich.

Asche ist eintönig und grau,
der Wind verweht sie,
ganz leicht ist jetzt,
was vorher bedeutend und schwer war.

Asche zeigt mir,
die Vergänglichkeit der Welt,
die trügerische Verführung
hinter manch weltlicher Kulisse.

Mit dem Aschermittwoch
gehe ich hinein in meine Welt
mit einem neuen Blick
auf Gott, Welt und Leben.

⇒ Reinhard Röhrner

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