Impulse zum Aschermittwoch | A

Aschermittwoch | Fastenzeit A | Lesejahr A
Lektionar I/A, 113: Joël 2,12–18 | 2 Kor 5,20 – 6,2 | Mt 6,1–6.16–18
Texte in allen Lesejahren gleich.

Die einfachen Zeichen sind oft die eindrücklicheren. Der heutige Tag steht unter dem Aschenkreuz, das Zeichen für Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu mit Asche auf der Stirn. Die bunten und vielfältigen Dinge unserer Welt, so bedeutsam sie sich auch geben, gleichen einander in der Asche, alles wird gleich schlicht.

Ein tiefes und bewusstes Zeichen steht am Beginn dieser Tage, die uns auf den Höhepunkt des Glaubenslebens vorbereiten. Ein bewusster Blick auf mich und mein Leben am Anfang dieses Weges hin auf Ostern.

Sinn und Heiligkeit kommen nicht vom Äußerlichen, sondern aus dem Herzen des Menschen. So sind diese Tage auch eine Einladung an mich, die „eilige Dreifaltigkeit“ unserer Tage zu überwinden: Ich, Alles, Sofort.
Jetzt haben wir Zeit, vierzig Tage, um uns selbst und Gott wieder näher zu kommen, „zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider!“ (Joël 2,13a)

Jesus hat sich vierzig Tage fastend in die Stille zurückgezogen, ihn preisen wir als unseren Herrn, den Kyrios:

Kyrie |

Herr Jesus Christus,
du hast vierzig Tage gefastet. Kyrie eleison.
Du hast in der Stille Gott gesucht. Christe eleison.
Du machst uns Mut diesen Weg zu gehen. Kyrie eleison.

Gloria | Tagesgebet | MB 75

Getreuer Gott, im Vertrauen auf dich
beginnen wir
die vierzig Tage der Umkehr und Buße.
Gib uns die Kraft zu christlicher Zucht,
damit wir dem Bösen absagen
und mit Entschiedenheit das Gute tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Im Zeichen des Aschenkreuzes, das uns zur Umkehr und zur Reinigung einlädt, bitten wir den barmherzigen Gott:

  • Für die Kirche:
    Hilf ihr, die Botschaft von der Versöhnung
    nicht nur zu verkünden, sondern auch zu leben.
  • Für die Völker der Erde:
    Lass sie ihre Konflikte nicht mit Krieg und Terror austragen,
    sondern führe sie zur Verständigung.
  • Für alle, die in Not sind:
    Steh ihnen bei und lass sie Gerechtigkeit erfahren.
  • Für die Menschen in Syrien und anderen Orten von Terror und Krieg: Lass Frieden und Versöhnung
    an die Stelle von Waffengewalt und Terror treten.
  • Für die Kranken, besonders alle vom Coronavirus Betroffenen:
    Dass sie gute und nachhaltige Hilfe und Heilung erfahren
    und die Ängste vieler Anderer schwinden.
  • Für unsere Pfarrgemeinde: Erneuere sie in diesen vierzig Tagen
    durch dein Wort und deine Sakramente.
  • Für unsere Verstorbenen:
    Führe sie zur Vollendung bei dir
    und tröste alle Trauernden in der Hoffnung auf die Auferstehung.

Guter Gott, du schenkst uns immer wieder neu dein Erbarmen. Lass uns diese Fastenzeit zum Segen sein. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Schlussgebet

Barmherziger Gott,
stärke uns durch dieses heilige Mahl,
damit wir fasten können, wie es dir gefällt,
und durch die Feier dieser Tage Heilung finden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung | Joël 2,12–18

Das Prophetenbuch Joël entstand
im 4. Vorchristlichen Jahrhundert
nach der Zeit des babylonischen Exils.
Dabei ist der Name Programm der Verkündigung:
Mein Gott ist Jahwe!
Er ruft auf zur Umkehr
und zur Hinwendung auf Gott,
damit der Tag des Herrn kommen kann
als ein Tag der Befreiung.

Hinführung zur zweiten Lesung | 2 Kor 5,20 – 6,2

Im zweiten Brief an die Christen von Korinth
schreibt der Apostel Paulus mit offenem Herzen.
Wir hören heute von Versöhnung,
im griechischen Begriff
klingt anders machen, austauschen, verändern mit.
Es geht um einen Angleichung an Gott,
die den Menschen mehr zu sich selbst finden lässt

.

Lesehinweis

Joël – Jo ël, die beiden Silben werden getrennt gesprochen
babylonisch – das y spricht man wie ein ü, nicht wie englisch bei Baby.

Meditation

Asche bleibt übrig,
wenn alles verbrannt ist,
wenn das Vorher vorbei ist,
unwiederbringlich.

Asche ist eintönig und grau,
der Wind verweht sie,
ganz leicht ist jetzt,
was vorher bedeutend und schwer war.

Asche zeigt mir,
die Vergänglichkeit der Welt,
die trügerische Verführung
hinter manch weltlicher Kulisse.

Mit dem Aschermittwoch
gehe ich hinein in meine Welt
mit einem neuen Blick
auf Gott, Welt und Leben.

Heute darf ich einen Anfang machen,
der mich weiterbringt
näher zu mir führt
und mich erfüllen kann.

Reinhard Röhrner

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