Impulse zum vierundzwanzigsten Sonntag im Jahreskreis | C

Vierundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis | Jahreskreis| Lesejahr C
Lektionar III/C,353: Ex 32,7–11.13–14 | 1 Tim 1,12–17 |
Lk 15,1–32 (oder 15,1–10)

Haben sie schon einmal Verstecken gespielt? Ein herrliches Spiel, wenn einer sucht und die anderen nicht findet. Das heißt eine gewisse Zeit lang, irgendwann wird es langweilig. Aber es ist spannend, vielleicht auch als Erwachsener sich einfach um eine Ecke herum hin zu stellen und abzuwarten.

Was macht das Warten spannend? Vielleicht ist es die Erfahrung gefunden zu werden. Nur so bleibt das Spiel spannend, wenn der Suchende schließlich findet. Dann kann sich im positiven Sinn die Spannung lösen und wir freuen uns miteinander. Was wir im Spiel üben, machen wir verändert auch im Leben. Dabei scheinen aber oft die Spielregeln nicht so klar zu sein. Wer sucht und wer will gefunden werden? Was ist, wenn mich keiner sucht, sich keiner für mich interessiert? – Einer geht uns nach, einer sucht uns, einer will uns finden: Gott

Ihn preisen wir als unseren Herrn und Kyrios in unserer Mitte

Kyrie | mit Gl 156

Herr Jesus Christus,
du gehst den Menschen nach. Kyrie eleison.
Du begegnest uns in unserer Sehnsucht. Christe eleison.
Du erfüllst die Herzen mit Freude. Kyrie eleison.

Gloria | Tagesgebet | MB 236

Gott, du Schöpfer und Lenker aller Dinge,
sieh gnädig auf uns.
Gib, dass wir dir mit ganzem Herzen dienen
und die Macht deiner Liebe an uns erfahren.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Wohin uns unsere Wege auch führen mögen, Gott geht uns nach, er geht uns entgegen, wo wir an Grenzen unserer Kraft und unserer Perspektiven stoßen, bitten wir ihn:

  • Für die Menschen, die von ihrem Leben enttäuscht sind,
    die keinen Sinn und keinen Weg mehr sehen,
    dass sie Menschen begegnen, die sie erwarten und stärken.
  • Für die Menschen die einsam und alleine sind,
    die sich abgeschrieben fühlen und überflüssig,
    dass sie erleben, dass sie wertvoll sind,
    dass andere und Gott ihnen nachgehen, sie suchen und erwarten.
  • Für alle Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind,
    dass sie sich dennoch wertvoll und würdevoll erfahren
    und alle die für andere sorgen,
    dass sie Erfüllung finden.
  • Für die Menschen, die mit Schuld leben,
    dass sie den Mut finden zu Versöhnung mit Gott und Menschen.
  • Für unsere Verstorbenen,
    lass sie die Fülle des Lebens und der Liebe erleben
    und tröste alle Trauernden in österlicher Hoffnung.

Denn du bist bei uns und begleitest uns auf all unseren Wegen, heute und bis in alle Ewigkeit. Amen.

Schlussgebet

Herr, unser Gott, wir danken dir,
dass du uns Anteil
am Leib und Blut Christi gegeben hast.
Lass nicht unser eigenes Streben
Macht über uns gewinnen,
sondern gib, dass die Wirkung dieses Sakramentes
unser Leben bestimmt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung | Ex 32, 7-11.13-14

Die Exoduserzählung,
die Geschichte vom Auszug des Gottesvolkes aus Ägypten,
ist Mitte der Gottesbeziehung Israels. Der Weg in den Glauben
beschreibt einen Weg in die Freiheit.
Diese Freiheit aber ist nicht einfach,
die Episode vom ‚Goldenen Kalb‘
macht deutlich, dass das Vertrauen wachsen muss,
gerade weil Gott größer ist
als alles sinnlich Wahrnehmbare in der Welt.

Hinführung zur zweiten Lesung | 1 Tim 1, 12-17

Obwohl Paulus Jesus Christus zu Lebzeiten nicht begegnete,
ja sogar nach Tod und Auferstehung
die junge Kirche bekämpfte,
wird er zu einem begeisternden Verkünder.
Die Größe des Paulus zeigt sich,
dass er sich das nicht als Verdienst zuschreibt,
sondern Gottes Macht wirken sieht. So kann jeder Mensch, der in Sünde ist,
Erlösung in Christus erhoffen.

Lesehinweis

Meditation

Ob er mich sucht?
Er mir in meinem wirren Leben nachgeht
und mich wirklich sucht?

Oft kenne ich mich nicht mehr aus,
weiß nicht, was all das zu bedeuten hat,
was mir begegnet und widerfährt.

Manchmal verstehe ich mich selbst nicht,
warum ich so und nicht anders handle,
und immer wieder in die gleichen Fehler zurückfalle.

Und dann fühle ich mich schuldig,
weil ich andere verletze oder gering schätze
und meine Talente nicht nutze.

Und doch sucht er mich,
nicht wie ein Allwissender, der alles von mir weiß,
sondern wie ein guter Vater und eine liebende Mutter.

Er sucht mich und geht mir nach,
wo immer ich bereit bin
mich von ihm finden zu lassen.

Reinhard Röhrner

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