Impulse zum 23. Sonntag im Jahreskreis | B

23. Sonntag im Jahreskreis | 18. bis 34. Sonntag | Lesejahr B
Lektionar II/B,337: Jes 35,4–7a | Jak 2,1–5 | Mk 7,31–37

Manchmal stehen wir einfach sprachlos da und wissen nicht, was wir sagen sollen. Das kann aus Überraschung oder auch aus Erschrecken sein. Vieles in der Welt lässt uns sprachlos werden und wir ringen um die Sprache. Wir brauchen die Sprache zum Denken, wenn wir etwas in Worte fassen, können wir damit umgehen. Deshalb kann der Philosoph Ludwig Wittgenstein sagen: Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt.

Schon im Anfang der Schöpfung ermutigte Gott den Menschen seine Sprache zu gebrachen und Tiere und Dinge zu benennen, heute erleben wir im Evangelium wie Jesus einem Menschen seine Sprache wieder schenkt und ihm so einen Zugang zur Welt eröffnet.

Preisen wir unseren Herrn, den Kyrios:

Kyrie | mit Gl 156

Herr Jesus Christus,
ddu machst Menschen hörend.
Du lässt gehorsam werden.
Du öffnest die Sinne für Gott, Menschen und Welt.

Gloria | Tagesgebet | MB 234

Gütiger Gott,
du hast uns durch deinen Sohn erlöst
und als deine geliebten Kinder angenommen.
Sieh voll Güte auf alle, die an Christus glauben,
und schenke ihnen die wahre Freiheit
und das ewige Erbe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Zu Gott, der sich uns in seinem Sohn und im Wort der Heiligen Schrift mitteilt, wollen wir voll Vertrauen beten:

  • Wir beten für alle, die sich einsetzen für eine kreative und hoffnungsfrohe Kirche und den Glauben mit Überzeugung in eine Welt hineinleben, die ziellos dahintreibt.
  • Wir beten für alle Christen,
    dass sie auf dein Wort hören, es in Stille erwägen
    und mit Freude anderen weitergeben.
  • Wir beten für die Menschen,
    die die Schönheit und Vielfalt der Welt nicht mehr wahrnehmen,
    weil sie krank sind oder ganz von den Sorgen vereinnahmt,
    dass sie sich für dich und deinen Zuspruch öffnen.
  • Wir beten für die Menschen in Kerala,
    die unter den Folgen der Flut leiden,
    dass sie tatkräftige Hilfe bekommen.
  • Wir beten für unsere Verstorbenen,
    dass sie das Erbe deines Königreichs erlangen,
    das du denen verheißen hast, die dich lieben.

Herr, unser Gott, schau auf uns in unserer Bedürftigkeit und schenke uns, was uns zum Heil dient. Der du lebst und herrschest in Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet

Herr, unser Gott,
in deinem Wort und Sakrament
gibst du uns Nahrung und Leben.
Lass uns durch diese großen Gaben
in der Liebe wachsen
und zur ewigen Gemeinschaft
mit deinem Sohn gelangen
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung | Jes 35,4–7a

Wie zeigt sich Gottvertrauen im Alltag?
Der Prophet Jesaja gibt uns heute ein Zeugnis davon,
mitten hinein in die Hoffnungslosigkeit,
verspricht er dem Volk Israel eine heilvolle Zukunft.
Keine schlichte Vertröstung auf später,
sondern aus der Überzeugung
und eigener Erfahrung mit dem nahen Gott,
kann er die beinahe paradiesische Vision verkünden.

Hinführung zur zweiten Lesung | Jak 2,1–5

Der Herrenbruder Jakobus,
gilt als Verfasser des Jakobusbriefes.
Er will uns auf den Kern des Glaubens hinweisen.
Dabei sollen wir hinter die Fassaden
der Welt und der Menschen blicken
und Jesus Christus suchen.
In ihm allein erfahren wir wahren Reichtum
und die tiefe Erfüllung des Herzens.

Lesehinweis

Meditation

Warum eigentlich
gibt es Menschen, die im Glück ans Unglück denken,
bei schönstem Wetter vom Regen reden
und mit dunkler Miene drein blicken?

Warum eigentlich
gibt es Menschen, die selbst im Scheitern Mut haben,
die Sonne hinter den dunkelsten Wolken erahnen
und Freude und Zuversicht verbreiten?

Es ist Jesu Wort,
seine Botschaft, die wirkt.
Wo sein Wort das Herz des Menschen trifft,
kann er sich öffnen
für die Welt und Gott.

So verändert sich die eigene Welt,
wird Weite im Leben spürbar
und steckt andere an,
sich einzulassen
auf Gott
und sein Wort.

⇒ Reinhard Röhrner

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