Impulse zum 20. Sonntag im Jahreskreis | B

20. Sonntag im Jahreskreis | 18. bis 34. Sonntag | Lesejahr B
Lektionar II/B,325: Spr 9,1–6 | Eph 5,15–20 | Joh 6,51–58

Wenn wir in die aktuelle Tagespolitik schauen, erleben wir ein interessantes Phänomen. Wir haben gern klare und konkrete Worte und nicht ein kompliziertes Drumherum. Der derzeitige amerikanische Präsident steht dafür. Er gibt kurze und klare Sätze, die Menschen begeistern und zugleich viele verstören. Was will er wirklich damit? Meint er es so wie er es sagt? Ist es nur politisches Kalkül ohne Rücksicht auf die Menschen?

Wenn wir Jesus in dem Teil der Brotrede des heutigen Sonntags zuhören, dann mag es den Menschen damals ähnlich gegangen sein. Wer kann das anhören? Wer soll das glauben? – Dabei geht es gerade in der klaren und deutlichen Sprache Jesu um den Kern des Glaubens, der die Grenzen unserer Sprache und unseres Denkens sprengt und genau deshalb immer auch verstörend sein wird.

Preisen wir unseren Herrn, den Kyrios, das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist und uns Speise zum ewigen Leben ist:

Kyrie | mit Gl 156

Herr Jesus Christus,
du bist das Brot des Lebens
Du bist das lebendige Brot vom Himmel.
Du schenkst ewiges Leben.

Gloria | Tagesgebet | MB 231

Barmherziger Gott,
was kein Auge geschaut und kein Ohr gehört hat,
hast du denen bereitet, die dich lieben.
Gib uns ein Herz,
das dich in allem und über alles liebt,
damit wir
den Reichtum deiner Verheißungen erlangen,
der alles übersteigt, was wir ersehnen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Rufen wir in den Sorgen und Nöten unserer Zeit zu Jesus Christus, der das lebendige und lebenspendende Bort für die Menschen ist:

  • Für die Menschen, die hungern und dürsten.
    Lass sie Hilfe und Unterstützung erfahren.
  • Für alle Christen, die unter Nachteilen und Verfolgung leiden.
    Schenke ihnen die Erfahrung deiner Nähe und deinen Frieden.
  • Für die Menschen, die nie genug bekommen.
    Zeige ihnen die Fülle und Wege zur Dankbarkeit.
  • Für die Menschen, die meinen sich selbst erlösen zu können.
    Schicke ihnen überzeugende und begeisternde
    Verkünder des Glaubens.
  • Für die Menschen, die mit Leid und Not konfrontiert werden,
    die Menschen in Genua und in Kerala
    und an den vielen Unglücksorten der Welt.
  • Für die Menschen, die uns voran gegangen sind in deine Gegenwart.
    Nimm sie bei dir auf und tröste die Trauernden.

Du stillst den Hunger und die Sehnsucht der Welt für alle Menschen, die zu dir rufen und sich dir anvertrauen, dafür danken wir dir jetzt und alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet

Barmherziger Gott,
im heiligen Mahl
schenkst du uns Anteil am Leben deines Sohnes.
Dieses Sakrament
mache uns auf Erden Christus ähnlich,
damit wir im Himmel
zur vollen Gemeinschaft mit ihm gelangen,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung | Spr 9,1–6

Wenn im Alten Testament
von Weisheit gesprochen wird,
klingt indirekt immer auch Gott mit an.
Weisheit meint nicht zuerst den Verstand,
sondern ein Verhalten,
das sittlich und religiös in Ordnung ist.
So wird sie dem Menschen wie eine gute Speise.
Kraft und Mut für den Weg des Lebens schenken.

Hinführung zur zweiten Lesung | Eph 5,15–20

Wie schon in der ersten Lesung,
mahnt auch der Brief an die Christen in Ephesus
sich für Gottes Weisheit zu öffnen.
Sich auf Gottes Geist einzulassen
und sich ihm anzuvertrauen
ist die erste und wichtigste Aufgabe des Christen.

Lesehinweis

Meditation

Ich möchte
und ich brauche
und das noch
und das auch noch.

Wieviel brauche ich?
Wieviel ist wirklich nötig?
Was fehlt mir im Leben?
Wonach hungert und dürstet mich?

In der großen Dankfeier
kommen wir zusammen,
feiern die Gemeinschaft mit Gott
und untereinander.

Nicht verlangen und fordern,
sondern dankbar empfangen,
was Gott in seiner Liebe schenken will
dir und mir.

So erfüllt sich Christi Wort,
so zeigt sich seine Gegenwart im Brot,
weil das verwandelte Brot
uns verwandeln und erneuern wird.

⇒ Reinhard Röhrner

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